Chronik
Die ursprünglich landwirtschaftlich geprägte Gemeinde Lienen mit ihren rund 9.000 Einwohnern gehört zum Kreis Steinfurt und liegt mit den sieben Bauerschaften Dorfbauer, Aldrup, Westerbeck, Holzhausen, Höste, Meckelwege und Kattenvenne am Südhang des Teutoburger Waldes. Die achte Bauerschaft Holperdorp liegt nördlich des Berges.
Das Gemeindegebiet umfasst nach der kommunalen Neugliederung 7.327 Hektar. Die Gemeindegrenze stößt im Norden, Osten und Süden an das Osnabrücker Land sowie den Kreis Warendorf und im Westen an die Gemeinde Ladbergen und die Stadt Lengerich. Die Höhenlage beträgt durchschnittlich 50-80 Meter ü. N. N. Der Westerbecker Berg erreicht eine Höhe von 235 Metern und ist somit die höchste Erhebung des Münsterlandes.
Der Name Lienen, der im Jahre 1088 zum ersten Mal in einer Urkunde als Lina vorkommt, bedeutet nichts anderes als Ort am Abhang des Berges oder das Hügeldorf am Teutoburger Wald. Es handelt sich um einen Lagenamen und ist auf "lehnen" zurückzuführen, dessen Bedeutung in den Wörtern Hügel, Anhöhe, Abhang zu finden ist. Im Jahre 1965 konnte Lienen das Fest "1.000 Jahre Gemarkung Lienen" feiern.
Die Gemeinde Lienen gehört nach dem Landesentwicklungsplan I zu den ländlichen Zonen. Sie ist ausgewiesen als Gemeinde mit zentralörtlicher Bedeutung für einen Versorgungsbereich von 5.000-10.000 Einwohnern. Lienen, das zwei Ortskerne (Lienen und Kattenvenne) mit Streusiedlungen zeigt, ist eine ländlich geprägte Wohngemeinde mit einzelnen Gewerbebetrieben.
Durch die Lage Lienens am Südhang des Teutoburger Waldes bietet sich die Gemeinde als Ausflugs- und Urlaubsgebiet an. Es stehen für den Tourismus ca. 340 Betten, davon 60 auf Bauernhöfen, zur Verfügung.
Die für den Tourismus erforderliche Infrastruktur wurde von der Gemeinde ausgebaut (z. B. Errichtung des Hallenfreibades). Ein umfangreiches Netz an gekennzeichneten und befestigten Wander- und Radwanderwegen steht zur Verfügung. Die Anerkennung als staatlich anerkannter Erholungsort erfolgte am 26. November 1982.
Weiterer Schwerpunkt in den letzten Jahren war neben der Förderung des Tourismus die Industrieansiedlung, die ohne Beeinträchtigung des Erholungswertes verstärkt werden konnte, in dem ein zusammenhängendes Industriegelände ausgewiesen wurde. In erster Linie wurden nur solche Betriebe angesiedelt, die keinen großen Lärm und Staub verursachen und überdies auch die Struktur der Gemeinde nicht wesentlich veränderten.
Damit der städtebauliche Reiz und die charakteristische Eigenart des Dorfes erhalten bleiben, begannen im Geburtstagsjahr 1965 des 1.000jährigen Dorfes Lienen nach vorangegangenen Beschlüssen des Gemeinderates die Planungen für eine Sanierung des Ortskerns Lienen. Nach Ausbau von Straßen sowie Entwässerungseinrichtungen, Durchführung verschiedener Objektsanierungen, der Neugestaltung der Dorfteichanlage sowie des Thieplatzes, ist die Dorfkernsanierung abgeschlossen. Im Jahre 1994 wurde das Sportzentrum am Postdamm in Betrieb genommen, das zuvor in der Sandstraße lag.
Die Verantwortung für das Wohl der Gemeinde, deren Bürger zu 63 % evangelisch, zu 19 % katholisch sind und zu 18 % sonstigen Konfessionen bzw. keiner Konfession angehören, trägt der 26-köpfige Gemeinderat. Hinzu kommt der Bürgermeister als Vorsitzender des Rates, der gleichzeitig Chef der Verwaltung ist.
